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Ausstellung zum Thema Illettrismus

St. Galler Bibliotheken greifen ein aktuelles Tabuthema auf und präsentieren dazu eine Wanderausstellung.


Für einen Monat ist die Ausstellung zu dem Thema Illettrismus in der Gemeindebibliothek.


In der Schweiz sind rund 800'000 Erwachsene unsicher beim Lesen und Schreiben. Sie können zwar einen Text entziffern, verstehen aber dessen Inhalt nicht. Die meisten davon sind hier zur Schule gegangen und können sich mündlich problemlos verständigen.


«Illettrismus ist ein gesellschaftliches Phänomen, das die Tatsache beschreibt, dass Erwachsene, welche die Sprache ihres Landes oder ihrer Region sprechen und die obligatorische Schulzeit absolviert haben, die Grundkompetenzen Lesen und Schreiben nur ungenügend beherrschen».


 


Boggsen?  Boksen?  Boxen?


Der Film, der zu Worten verhilft, wo es vorher nur den Rotstift gab.


Ein sicherer Umgang mit der Schrift ist keine Selbstverständlichkeit.


Jürg Neuenschwander porträtiert im Film «Boggsen» zehn Menschen, die sich entschieden haben, diese Unsicherheit anzugehen.


Er zeigt auf  eindrückliche Art wie diese Menschen unter ihrer Lese- und Schreibschwäche leiden, aber wie sie auch gelernt haben, sie im Alltag zu verbergen. Denn sie haben früh erfahren, dass unsere Gesellschaft für ihre Schwäche kein Verständnis hat und sie gedankenlos als dumm und faul abstempelt.


Der Film von Jürg Neuenschwander kann in der Gemeindebibliothek ausgeliehen werden.


Bücher zum Thema sind ebenfalls in der Bibliothek vorhanden.